Aufruf zu schriftlichen Beiträgen « Schicksal(e) der Großregion »



Die Arbeitsgruppe Kultur der Großregion ruft zur Einreichung von schriftlichen Beiträgen auf.

Gesucht werden Arbeiten, die sich mit dem Werdegang bekannter oder weniger bekannter Einzelpersonen oder Gruppen von Personen befassen, die durch ihren repräsentativen Lebensweg oder ihr herausragendes Wirken in jüngeren oder älteren Epochen zu Akteuren der Geschichte und Entwicklung der Großregion geworden sind.

Informationen zur Großregion

Die Großregion ist ein grenzüberschreitender Raum von mehr als 65.000 km², der Wallonien, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Luxemburg und den lothringischen Teil des Grand Est umfasst. Sie hat zum Ziel, den Dialog zwischen den Akteuren dieser Gebiete zu erleichtern und die Erarbeitung gemeinsamer Antworten auf geteilte Probleme und Herausforderungen in verschiedenen Bereichen wie bspw. Verkehr, Beschäftigung, Forschung, Tourismus, Bildung, Jugend, Umwelt, Raumordnung und Kultur zu ermöglichen.

Im Rahmen der französischen Präsidentschaft 2021-2022 hat die Region Grand Est den Vorsitz der Arbeitsgruppe Kultur inne, die sich zudem aus den deutschen Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz, der Fédération Wallonie-Bruxelles, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, dem Großherzogtum Luxemburg sowie der Direction de Affaires Culturelles du Grand Est und den Départements Meurthe-et-Moselle, Meuse und Moselle zusammensetzt.

Allgemeine Ziele des Aufrufs

Der Aufruf « Schicksal(e) der Großregion » zielt darauf ab, durch bisher unveröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten, individuelle oder kollektive Lebenswege zu beleuchten, die epochenübergreifend die Beziehungen zwischen den Gebieten der heutigen Großregion, und im weiteren Sinne Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden, illustrieren.

In der Summe der Beiträge soll ein neuer Blick auf die Geschichte der Großregion ermöglicht werden, welcher der Vielfalt und der Entwicklung der Beziehungen zwischen den Teilgebieten und Bevölkerungsgruppen der Großregion, sowie ihrer Konsequenzen für den europäischen Kontinent Rechnung trägt.

Wissenschaftliche und pädagogische Ziele des Aufrufs

Der Projektaufruf « Schicksal(e) der Großregion » wird in ein wissenschaftliches Kolloquium zur laufenden Forschung in den verschiedenen Gebieten der Großregion münden. Dieses wird zum Ende des ersten Halbjahres 2022 stattfinden und Autoren ausgewählter Arbeiten, ein Fachpublikum sowie internationale Experten zusammenbringen.

Parallel dazu wird eine Publikation für die breite Öffentlichkeit erstellt, die den Bewohnern der Großregion, und insbesondere jungen Menschen und Schülern, einen gering­schwelligen, pädagogischen Zugang zur Thematik bieten soll. Auf der Grundlage von illustrierten Texten im Stil einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift soll eine neueartige Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte, den Grenzen und darüber hinaus der europäischen Integration ermöglicht werden.

Im Anschluss an den Aufruf werden die ausgewählten Arbeiten zudem in Absprache mit ihren Autoren für künstlerische Adaptationen in verschiedenen Formaten (Podcast, audiovisuelle Produktionen usw.) durch Künstler und Kulturschaffende aus der Großregion herangezogen.

Inhaltliche Grundsätze und thematischer Rahmen

Wie bereits erwähnt, müssen die Beiträge einem dreifachen Anspruch genügen:

  • Zum einen muss sich das vorgeschlagene « Schicksal » auf den Lebensweg eines Individuums oder einer Gruppe von Personen beziehen. Große gesellschaftliche Bewegungen und Entwicklungen können zwar thematisiert, müssen aber mittels einer solchen individualisierten Perspektive bearbeitet werden.
  • Zum anderen müssen die Arbeiten eine grenzüberschreitende Perspektive einnehmen: Anhand des behandelten Lebenswegs selbst bzw. seines ursächlichen oder repräsentativen Charakters für spätere Entwicklungen sollen die Beziehungen zwischen den genannten Ländern und ihre Ausprägung in der Großregion veranschaulicht und analysiert werden.
  • Zuletzt wird erwartet, dass die eingereichten Arbeiten (unabhängig des Sprachraums) unveröffentlicht sind, einen neuartigen Ansatz verfolgen (untersuchte Quellen, Art der Problematik, …)  und auf eine im / in den behandelten Forschungsbereich(en) anerkannte Methodik zurückgreifen.

Interdisziplinarität und Koautorenschaft sind zwar nicht zwingend erforderlich, werden aber geschätzt und im Auswahlverfahren positiv berücksichtigt.

Darüber hinaus können die Arbeiten alle Epochen abdecken und sich mit einem oder mehreren der folgenden thematischen Schwerpunkte befassen:

  • Künstlerische Dimension: Kunstwerke, Musik, Architektur, usw. ;
  • Wirtschaftliche Dimension: (Des-)Industrialisierung, Landwirtschaft, usw.;
  • Politische Dimension: Kriege, politische Systeme, Demokratisierung, Bürgerschaft usw.;
  • Geografische Dimension: Landschaften, Umwandlungen, Umwelt, Klima und Meteorologie usw.;
  • Gesellschaftliche Dimension: Intellektuelle, Religionsgemeinschaften, Migration, Sitten, Innovationen, sportliche und kulturelle Praktiken usw.

Teilnahmebedingungen

Der Aufruf steht allen AutorInnen, unabhängig von ihrem wissen­schaftlichen Hintergrund, offen, die eine seriöse Arbeit vorweisen können und den genannten Kriterien entsprechen.

Die Arbeiten können in deutscher oder französischer Sprache eingereicht werden.

Fistgerecht einzureichen sind :

  • eine Zusammenfassung der vorgeschlagenen wissenschaftlichen Arbeit auf maximal zwei Seiten, in der die Problematik, die Methodik und die Quellen klar dargelegt werden ;
  • eine Aufstellung der Referenzen und Veröffentlichungen des Teilnehmers.

Die ausgewählten Autoren verpflichten sich mit ihrer Teilnahme am Aufruf dazu :

  • innerhalb von 2 Monaten nach Bekanntgabe der Ergebnisse einen Vortrag (20 Minuten) für das wissenschaftliche Kolloquium auszuarbeiten, und diesen dort ggf. zu präsentieren;
  • innerhalb von 3 Monaten nach Bekanntgabe der Ergebnisse einen Text von 15.000 bis 20.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) im Stil einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift mit frei nutzbaren Abbildungen vorzulegen. (Falls keine relevanten Abbildungen verfügbar sind, ist dies in der Bewerbung anzugeben und zu begründen.)
  • sich während 12 Monaten nach Bekanntgabe der Ergebnisse für 3 Gespräche zur künstlerischen Adaptation ihrer Arbeiten bereitzuhalten.

Die aus dem Aufruf hervorgehenden Arbeiten können, ggf. in deutscher und französischer Sprache, veröffentlicht werden. Die Übersetzungen und künstlerischen Bearbeitungen werden mit den Preisträgern abgesprochen. Die Teilnahme an der Ausschreibung impliziert jedoch ihre grundsätzliche Zustimmung hierzu.

Im Anschluss an das Kolloqium könnten ausgewählte Arbeiten zudem Gegenstand einer akademischen Veröffentlichung sein, deren Umrisse und Zeitplan noch festzulegen sind. In diesem Fall werden deren Autoren auf freiwilliger Basis dazu aufgefordert, einen entsprechenden Text zu erstellen.

Eine Vergütung ist nicht vorgesehen. Die Kosten für die Teilnahme am Kolloquium werden gegebenenfalls übernommen.

Auswahlverfahren

Die eingereichten Bewerbungen und die aus dem Aufruf hervorgehenden Arbeiten werden von einem wissenschaftlichen Beirat begutachtet, der sich wie folgt zusammensetzt:

  • Gabriele B. CLEMENS, Professorin, Universität des Saarlandes
  • Delphine DIAZ, Maîtresse de conférences, Université de Reims Champagne-Ardenne
  • Grégory HAMEZ, Professor, Université de Lorraine, Universität der Großregion
  • Laurent JALABERT (Vorsitzender), Maître de conférence, Université de Lorraine
  • Robert PHILIPPART, UNESCO Site Manager, Ministerium für Kultur, Luxemburg
  • Marc SCHOENTGEN, Direktor, Zentrum fir politesch Bildung
  • Kai-Michael SPRENGER, Referent für Landesgeschichte, Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration, Rheinland-Pfalz
  • Bernard WILKIN, Chef de tavaux, Archives de l’Etat à Liège
  • Nicholas WILLIAMS, Direktor, Zentrum für Ostbelgische Geschichte

Der wissenschaftliche Beirat spricht Empfehlungen zur Auswahl der erfolgreichen Bewerber, zu den Teilnehmern am wissenschaftlichen Kolloquium und zu den Beiträgen für die Publikation für die breite Öffentlichkeit aus.

Auf der Grundlage der Empfehlungen des wissenschaftlichen Beirats erstellt und veröffentlicht die Arbeitsgruppe Kultur der Großregion die endgültige Liste der ausgewählten Autoren.

Während des gesamten Prozesses ist der wissenschaftliche Beirat dafür verantwortlich, in einem iterativen Prozess die Einhaltung der guten wissenschaftlichen Praxis, sowie eine gewisse territoriale Repräsentativität zu gewährleisten.

Zeitplan

Die Bewerbungen müssen bis spätestens 30. Januar 2022 auf elektronischem Wege unter folgender Adresse eingereicht werden:

Die Prüfung der Bewerbungen findet im Laufe des Februars statt und die Bekanntgabe der ausgewählten Autoren erfolgt spätestens im März 2022. Die akademischen und publizistischen Regeln für die von den ausgewählten Autoren einzureichenden Arbeiten werden zum selben Zeitpunkt bekanntgegeben.

Das wissenschaftliche Kolloquium findet vorraussichtlich am 21. und 22. Juni 2022 in Villerupt (F) und Esch-Belval (LU) am Rande von Esch 2022 – Europäische Kulturhauptstadt statt. Die Autoren, deren wissenschaftliche Vorträge für das Kolloqium ausgewählt werden, werden bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des Auswahlverfahrens hierüber informiert.

Die Publikation für die breite Öffentlichkeit erfolgt vor Ende des Jahres 2022.


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